Recycling – auf die Kreislaufwirtschaft umstellen

Die Ressourcen auf unseren Planeten sind begrenzt und irgendwann aufgebraucht. Gleichzeitig wird die Umwelt verschmutzt, in jeden Fisch finden sich Plastikpartikel und die Industrie handelt nur unter Zwang und dann halbherzig.

In den reichen Ländern wird viel verbrannt, das ist ökonomisch am sinnvollsten, jedoch nicht unbedingt ökologisch, weil hier die Kreislaufwirtschaft grösstenteils ignoriert wird, wenn auch Metalle herausgesiebt werden können.

Auch in den armen Ländern wird viel verbrannt, dort aber ohne jede Filtertechnik und ohne irgendeinen Nutzen. In Ghana ist dies der einzige Weg gegen den Müll gewesen. Es hat zwar Mülltonnen gegeben, die wurden nicht abgeholt.

Das heisst für die Müllentsorgung müssen Lösungen her und die Unternehmen sollten sich freiwillig in die Pflicht nehmen. Ich bin kein Freund vom Pfandsystem, aber anscheinend ist es der beste Weg hin zur Kreislaufwirtschaft. Gerade in Entwickungsländern würden so Arbeitsplätze geschaffen werden. Diese sind zwar nur eine Zwischenlösung, jedoch muss irgendwie die Müllinflation gestoppt werden.

Aus dem Jahrbuch klimafreundlich Schweiz 2018 von der UTK Media habe ich einige Infos entnommen. Das Jahrbuch porträtiert vor allem Unternehmen und dient Imagezwecken. Die Ausführungen zu Schrott und Haushaltsmüll haben gute Ansätze:
Recyclingversuche mit Haushaltsmüll
Schrott extrem wertvoll

Kreislaufwirtschaft im Weinbau: Mehr als nur Pfand

In einem Gespräch mit einem Winzer konnte ich kürzlich die komplexen Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft bei Glasflaschen erörtern. Einen interessanten Exkurs dazu gibt es bereits in diesem Beitrag

Die wirtschaftliche Realität

Die nackten Zahlen zeigen, warum die Wiederverwendung oft am seidenen Faden hängt. Eine neue Weinflasche kostet aktuell etwa 25 Cent, während die professionelle Reinigung einer gebrauchten Flasche als Lohnarbeit mit ca. 15 Cent zu Buche schlägt. Im Vergleich dazu arbeitet die Brauindustrie deutlich effizienter, da Bierflaschen normierter und leichter zu reinigen sind, was die Kosten für die Waschanlagen senkt.

Technische Hürden: Verschluss und Normung

Generell wäre es sinnvoll, wenn Winzer ihre Flaschen zurücknähmen, doch der Teufel steckt im Detail. Während der klassische Korken die Mündung schont, sind die praktischen Drehverschlüsse anfällig für Beschädigungen am Gewinde. Ist der Flaschenkopf nur leicht deformiert, kann er nicht mehr sicher versiegelt werden. Zudem würde ein flächendeckendes Pfandsystem den Wein verteuern und müsste – gerade im internationalen Handel – global harmonisiert werden, um wirklich zu funktionieren.

Ökologie vs. Marktprinzipien

Es bleibt ein Dilemma, denn für die Produktion neuer Flaschen wird zwingend Altglas benötigt, was den Recyclingkreislauf einerseits legitimiert. Dennoch ist die direkte Wiederverwendung ökologisch meist überlegen. Hier ist die Politik gefordert. Oft wird Marktprinzipien und dem reinen Preiswettbewerb zu viel Gewicht beigemessen. Um echte Kreislaufwirtschaft zu fördern, müssten politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die ökologisches Handeln belohnen, statt nur auf den günstigsten Neupreis zu schielen. Jeder von uns ist gefragt, diesen Wandel einzufordern.